durch Ehrgeiz. Tausend Lockungen für jeden Geschmack, undjede Lockspeise verbirgt denselben tödtlichen Haken."
„Ich weiß wohl, Herr Bridgcnorth," sagte die Lady, „daßmeine Verwandtin katholisch ist; aber ihr Sohn wird in denGrundsätzen der englischen Kirche, nach der Verordnung ihresverblichenen Mannes, erzogen."
„JstZes wahrscheinlich," antwortete Bridgenorth, „daß sic,welche sich nicht scheut, das Blut des Rechtschaffenen zu ver-gießen, es sei auf dem Felde oder auf dem Schaffst, die Hei-ligkeit «ihres Versprechens achten werde, wenn ihre Religionsieldafselbe brechen heißt? Oder, wenn sie es thut, was wirdEuer Sohn gewinnen, wenn er in dem Schlamm seines Va-ters bleibt? Was sind Eure bischöflichen Lehren anders, alslauter Pabstthum? außer, daß ihr einen weltlichen Tyrannenzu einem Pabst gewählt und eine verstümmelte Messe in eng-lischer Sprache an die Stelle derjenigen gesetzt habt, welcheEure Vorfahren in lateinischer Sprache lasen. — Doch wasrede ich von diesen Sachen zu einer Person, welche zwarOhren und Augen hat, aber weder sehen, noch hören, nochverstehen kann, was allein werth ist, gesehen, gehört und er-kannt zu werden? Schade, daß, was so schön und ausneh-mend in Gestalt und Anlage gebildet ist, so blind, taubund unwissend sein sollte, gleich den Dingen, welche vergäng-lich find."
„Wir werden über diese Gegenstände nicht eins werden,Herr Bridgenorth," sagte die Lady, welche immer noch diesersonderbaren Unterredung zu entweichen wünschte, wiewohl siekaum wußte, was zu fürchten wäre. „Noch einmal," rief sie,ich muß nun von Euch Abschied nehmen."
„Bleibt noch einen Augenblick," sprach er, indem er seineHand auf ihren Arm legte; „ich würde Euch aufhalten, wennPeveril. 10