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gnädige Frau," erwiederte Bridgenorth; „aber morgen wer-det Ihr die Gründe hören, warum ich nicht wage, öffentlichin der Nachbarschaft meiner eigenen Besitzungen zu erscheinen,und warum cs unbesonnen wäre, die Kenntniß meines gegen-wärtigen Aufenthalts irgend Jemand zu vertrauen, der mitdem Schloß Martindale in Verbindung steht."
„Herr Bridgenorth," sagte die Lady, „Ihr wäret in frühe-ren Zeiten ein kluger und behutsamer Mann, — ich hoffe,Ihr seid nicht durch eine unbesonnene Leidenschaft — durcheinen raschen Entwurf verführt, — ich hoffe —"
„Verzeiht, gnädige Frau, daß ich Euch unterbreche," sagteBridgenorth. „Ich habe mich in der That verändert; ja, meinHerz selbst in mir hat sich verändert. In den Zeiten, welcheIhr zu berühren für gut fandet, war ich ein Mann von die-ser Welt, widmete ihr alle meine Gedanken, alle meine Hand-lungen, achtete wenig, was die Pflicht eines Christen sei, undwie weit sich seine Selbstverläugnung erstrecken müsse, selbstAlles hinzugeben, als wenn er nichts gäbe. Daher dacht' ichhauptsächlich an fleischliche Dinge — an den Zuwachs von Feldzu Feld, von Vermögen zu Vermögen — an das Gleichge-wicht zwischen Partei und Partei, an die Art, mir einenFreund hier zu versichern, ohne einen Freund dort zu verlie-ren. — Aber der Himmel schlug mich für meine Abtrünnigkeit,um so mehr, weil ich den Namen der Religion als ein selbst-süchtiger und höchst verblendeter, seinen eigenen Willen ver-ehrender Mensch mißbrauchte. Aber ich danke Ihm, der micham Ende aus Aegypten gebracht hat."
Nach dem Geist der damaligen Zeit wurden solche Mei-nungen, wie Bridgenorth auödrückte, als herrschende Triebfe-dern menschlicher Handlungen offen bekannt, und Lady Pcverilwar daher mehr bekümmert, als befremdet, den Major eine