Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

Fleck ehrenvoll abgewischt werden konnte. Daher macht erEuch, durch dieses kleine Billet, in seinem Edelmuth, ein An-erbieten von Dem, was Euch in Eurer Bescheidenheit (dennaus nichts andcrm erklärt er sich Eure Beruhigung) von ihmzu fordern vermieden habt; überdieß bring ich Euch das Maßseiner Waffe; und wenn Ihr die Herausforderung, die ich Euchnun darbiete, angenommen habt, werde ich bereit sein, Zeit,Ort und andre Umstände der Zusammenkunft zu bestimmen "Und ich," sagte Solsgrace mit einer feierlichen Stimme,ich würde, sollte der Urheber des Bösen meinen Freund ver-suchen, einen so blutdürstigen Vorschlag anzunehmen der Erstesein, der ihn wider das Urtheil des Kirchenbannes ausspräche."

An Euch, ehrwürdiger Herr," erwiederte der Ritter,lau-tet mein Auftrag nicht. Euer Interesse mag Euch ganz na-türlich bestimmen, besorgter um das Leben Eures Patrons,als um seine Ehre zu sein. Ich muß von ihm selbst erfahren,welchem Er geneigt ist, den Vorzug zu geben"

So sprach er, und hielt wieder mit einer gefälligen Ver-beugung die Herausforderung dem Major hin. Die Trieb-federn der menschlichen Ehre und die Eingebungen der reli-giösen Gesinnung kämpften sichtbar in ihm; aber die letzter»siegten. Ruhig empfing er das ihm von Ritter Jasper dar-gcreichte Papier und sprach:Es mag Euch nicht bekanntsein, Herr Ritter, daß, seit der allgemeinen Ausgießung deschristlichen Lichts über dieses Königreich, viele gesetzte Män-ner in Zweifel geraihen sind, ob das Vergießen des Menschen-bluts durch die Hand eines Mitmenschen in irgend einer Rück-sicht zu rechtfertigen sei. Und obgleich diese Regel mir kaumauf unfern Zustand in diesem Stande der Prüfung anwend-bar scheint, inwiefern ein solches Nichtwiderstehen, wäre esallgemein, unsre bürgerlichen und religiösen Rechte in die