106
geht, ei, so sollt' ich mich nicht wundern, wenn sie den Wegnicht wieder zurückfände."
„Noch einmal, was meinet Ihr, Ellesmere? Ihr zeigtetimmer etwas Verstand. Laßt mich deutlich die Sache wissen."
„Bloß das, gnädige Frau," fuhr jene fort, „daß, seitBridgenorth von Chesterfield zurückkam, und Euch im Schloß-saale sah, eS der Gouvernante Deborah gefiel, die Kinderalle Morgen an den besagten Platz zu bringen, und es hatsich so getroffen, daß sie oft dem Major, wie sie ihn heißen,da auf seinen Spaziergängen begegnet ist; denn er kann nunherumgchcn, wie andere Leute, und ich betheure Euch, sie hatkeinen Schaden von dem Begegnen gehabt, auf eine Art we-nigstens, denn sie hat sich einen neuen Hut gekauft, aber obsie sonst Etwas, außer ein Stück Geld beabsichtigt hat, wer-den Euer Gnaden ohne Zweifel am besten bcurtheilen"
Lady Peveril, welche gern die gutmüthigere Erklärungvon den Beweggründen der Gouvernante annahm, konnte sichdoch über den Gedanken des Lachens nicht enthalten, daß einMann von Bridgenorth's bestimmten Wesen, strengen Grund-sätzen, und gewohnter Zurückhaltung, in den Verdacht ver-liebter Absichten käme; und gern schloß sie, daß Deborahihren Vortheil darin gefunden hatte, seiner väterlichen Zu-neigung dadurch zu schmeicheln, daß sie ihm oft den Anblickseines Töchterchens während der wenigen Tage verschaffte,welche zwischen seinem ersten Erblicken der kleinen Alerie aufdem Schlosse, und den folgenden Ereignissen verflossen. Abersie war etwas befremdet, als eine Stunde nach dem gewöhn-lichen Frühstück, während welcher weder das Kind noch dieWärterin erschien, Major Bridgenorth's einziger Bedienterim Schlosse zu Pferde in Reisetracht ankam, und, nachdemer einen an sic selbst adressirten Brief, und einen an Mistreß