89
gänzlich ihrer Herzhaftigkeit meine Befreiung zu verdanken,daß ich Euch, als einem ächten Ritter, auftrage und befehle,Euch nicht in das Abenteuer eines Andern zu mischen."
Lady Peveril, welche ihres Mannes zufahrendes und hitzi-ges Temperament kannte und wohl sah, daß er entrüstet war,nahm nun die Erzählung wieder aus und erklärte ihm offenund einfach die Ursache von Bridgenorth's Einmischung.
»Es thut mir leid," sagte der Ritter; „ich traute ihmmehr Verstand zu und glaubte, daß dieser glückliche Wechseleine gute Wirkung auf ihn gethan haben würde. Aber duhättest mir das augenblicklich erzählen sollen. Es verträgtsich nicht mit meiner Ehre, daß er als Gefangener in diesemHause gehalten werden soll, gleich als fürchtete ich, daß erder edlen Gräfin, so lange sie unter meinem Dache oder inder Nähe meines Schlosses sich befindet, etwas zu Leide thunkönne."
So sprach er, verbeugte sich gegen die Gräfin und ginggeradewegs nach dem vergoldeten Zimmer, während seineGattin das Zusammentreffen ihres heftigen, jähzornigen Man-nes mit dem hartnäckigen Bridgenorth in große Angst setzte.Jedoch war ihre Furcht unnöthig; denn das Zusammentreffensollte nicht statthaben.
Als der Ritter Peveril Whitakern und seine Schildwachenentlassen hatte, in das goldene Zimmer trat und seinen Ge-fangenen zu finden erwartete, war dieser auf eine leicht be-greifliche Art entwischt. Das verborgene Schiedfeld in derWand war in der Uebereilung der Lady Peveril und Whita-kcrn, die allein darum wußten, nicht eingefallen. Wahrschein-lich war eine Spalte offen geblieben, hinlänglich, um vonBridgenorth entdeckt zu werden, welcher es nun ganz aufzogund so den Weg in das anstoßende geheime Zimmer und von