Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

deiner Mutter Zimmer, und heiße fie sogleich zu mir kommen,um mit mir zu sprechen."

Ich mag nicht," sagte der kleine Julian.

Wie?" erwiederte die Dame,so jung und so unge-horsam? Aber du folgst nur der Sitte der Zeit. Warumwillst du nicht gehen, lieber Knabe, wenn ich dich darum alseine Gefälligkeit bitte?"

Ich wollte wohl gehen, schöne Frau," sagte der Knabe,aber," und hier hielt er inne, und zog sich immer zurück,so wie die Dame ihm näher kam, ohne die Hand Aleriensloszulafsen, welche, zu jung, um den Sinn des Gesprächs zuverstehen, zitternd sich an ihren Gespielen anklammerte.

Die Fremde sah seine Verlegenheit, lächelte, und blieb feststehen, während sie ihn noch einmal fragte:Wovor fürchtestdu dich, liebes Kind, und warum magst du nicht auf meineBitte zu deiner Mutter gehen?"

Weil," antwortete Julian dreist,wenn ich gehe, diekleine Alcrie mit Euch allein bleiben muß."

Du bist ein ritterlicher Knabe,« sagte die Dame,undwillst dein Blut nicht beschimpfen, welches nie den Schwachenohne Schutz ließ."

Julian verstand sie nicht, und sah noch mit Acngstlichkeiterst auf fie, dann auf seine kleine Gespielin, deren Augenmit dem leeren Blick der Kindheit, auf ähnliche Art, zwischender fremden Dame und zwischen ihrem kleinen Freunde undBeschützer hin und her schweiften, bis sie endlich, von einigerFurcht angesteckt, die er unter seinem theilnehmenden Bestre-ben doch nicht ganz verbergen konnte, in seine Arme floh,durch ihr Anklammern seine Unruhe nur vermehrte, und, in-dem sie laut zu schreien anfing, es ihm sehr schwer machte,