Druckschrift 
21 (1852) Peveril vom Gipfel
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

7

mitee, gleich Andern, alle Vortheilc seiner Lage sich zu Nutzemachen wollen, und Bridgenorth stieg in der allgemeinenAchtung, weil er bei dieser Gelegenheit sein eignes Interesseseinem Ecelsinn aufopfcrte.

Peveril war derselben Meinung, um so mehr, da MajorBridgenorth seine Erhebung mit großer Mäßigung zu ertragenschien und geneigt war, ihm in bessern Vermögensumständenpersönlich dieselbe Ehrerbietung, wie ehemals bei ihrer frühernBekanntschaft, zu beweisen. Man mußte dem Major Bridgc-north die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er in diesemBenehmen eben so wohl den unglücklichen Schicksalen, als denAnsprüchen eines Nachbarn von hoher Abkunft Achtung be-wies, und daß er mit dem offnen Edelsinn eines schlichtenEngländers gewisse Regeln des Ceremoniels beobachtete, dieihm selbst gleichgültig waren, bloß weil er sah, daß dieß demRitter Peveril Vergnügen machte.

Peveril erkannte das Zartgefühl seines Nachbarn und sahihm deßhalb Vieles nach. Er achtete nicht darauf, daß Ma-jor Bridgenorth schon im Besitz von mehr als einem Drittelseines Vermögens war, und in Ansehung des klebrigen biszu noch einem Drittel Geldansprüche hatte. Er suchte selbst,was noch schwerer war, die veränderte Lage z.> vergessen, inwelcher sie und ihre Wohnsitze nunmehr zu einander standen.

Vor dem bürgerlichen Kriege blickten die prächtigen Zinnenund Thürme des Schlosses Martindale, das auf einem hohenFelsen stand, auf das von rothen Mauersteinen gebaute, ausgrünen Anpflanzungen hervorschimmernde Wohnhaus majestä-tisch herab, wie eine Eiche auf junge Schößlinge. Aber nachder erwähnten Belagerung prangte das erweiterte und ver-größerte Moultrassie-Hall eben so stattlich in der Landschaftunter den zerstreuten und geschwärzten Trümmern des Schlosses,