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so mußt du das Christenthum verleugnen, und zu demJudenthum übergehen, weil dieses älter ist, als jenes.Und so müßtest du auch immerdar ein Sclave der Sündeund des Teufels bleiben, weil der Teufel und dieSünde alt genug sind. Willst du aber ja was Alteshaben, so suche das Gute, welches ursprünglich alterist, als das Böse; und wisse also, lieber Mensch, daßcs nichts Neues scy, wenn man dich zu wahrer Bußeund Glauben, und folglich auch zu einem heiligen Lebenermahnet. Denn Christus und seine Apostel, ja auchvorher alle Propheten, haben dieß gcprcdigct. (Joel 2,12. 13. Marc. I, 15.) Darum lege den alten adami-schen Fleisches-Sinn, durch gründliche Herzens-Bußeund Glauben ab, und laß eine neue und geistliche Artund Natur in dir schaffen und wirken, durch den heili-gen Geist. (Eph. 4, 22—24.) Denn in Christo giltnichts, als eine neue Creatur. (Gal. 6, 15.)
22. ' Man muß nicht alles so genau nehmen.
Antwort. Nimmst du doch alles genau genug indeinen Vorthcilcn, Ehren und Lüsten. Warum solltenwirs nicht vielmehr im Geistlichen genau nehmen?Will cs doch der große Gott haben, wenn er durchPaulum spricht Eph. 5, 15: Sehet zu, wie ihr vor-sichtiglich (oder nach der Grund - Sprache accurat,genau) wandelt; und Phil. 2, 10: Schaffet eure Se-ligkeit nnt Furcht und Zittern (das ist mit großer Be-hutsamkeit). Gewißlich, wo du nicht durch die engePforte cingchest, und auf dem schmalen Wege zumLeben mit großer Vorsicht und Behutsamkeit wandelst,so wirst du nicht in das Reich Gottes kommen.
23 . Man muß nicht zu weit gehen, man kann
sonst der Sache zn viel thnn.
Antwort. Siche du nur zu, daß du im Fluchen,Schwören, Saufen, Zorn, Haß, Feindschaft, imunmäßigen Wuchern und Uebervortheilung des Näch-sten, im lieblosen Richten u. s. f., nicht zu viel thust,sondern dich von Herzen davon bekehrest. Im Gutenaber können wir nicht zu weit gehen, oder zu viel thun,