Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
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Luc. 14 , v. 18. Sic fingen alle nach einander an sich zn

entschuldigen.

Sünde der Entschuldigung hat ihren Ursprungaus dem Paradiese; denn sobald die Unschuld von demMenschen gewichen war, nahmen die Entschuldigungenin ihm ihre Wohnung, und sobald Adam und Eva durchdie Sünde von Gott gewichen, rathschlageten sie, wiesie ihre Leiber mit Feigenblättern, und ihre Sünde mitEntschuldigungen bedecken möchten: und also ist dieSünde der Entschuldigung eine der ersten, die sich nachdem Fall gczeiget; und eine der letzten, so durch dieKraft Christi überwunden wird.

Der Grund, woraus sie entstehet, ist die verderbteEigenliebe, welche machet, daß der Mensch nicht soarg angesehen scyn will, als er ist: daher entschuldigeter das Böse, oder nennet es gut, nur damit er nichtselbst für böse gehalten werde.

Diese Sünde ist eine von den schwcrcsten Hinder-nissen im Christenthume. Je mehr eine Seele mit fal-schen Entschuldigungen sich zu schmücken suchet, jeschwerer ist es, sic los zu machen. Denn jcnichr sichder Mensch entschuldiget, dcstomehr verstärket er die Bandeder Finsterniß, darin er gefangen liegt: und die began-gene Sünde wird zwiefach, die vor der Entschuldigungnur einfach war.

Thue also, du armer Mensch, der du dich so ent-schuldigest, um deines Heils willen, so viel Liebe andeiner eigenen Seele, und suche nicht länger die Bos-heit deines Herzens zu entschuldigen; sondern bekennedem Herrn deine Sünde, und thue wahre und recht-schaffene Früchte der Buße, damit deiner armen Seelegerathen werde in Zeit und Ewigkeit. Zu dem End«laß dir denn auch diese kurzen Beantwortungen der vor-