Druckschrift 
Ist Cönen wirklich ermordet worden? : Eine Frage an Zergliederer ; Nebst allen darauf Bezug habenden Aktenstücken
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

ly!

Herr KreiS-Physikus Dr. Servaes nimmt jetzt an: dieStichwunde Nr. io könne auch nach dem Lode ent-standen seyn, und zwar durch die Wirkung eines Nagelsin dem Fasse, in welche Cönens Leiche gesteckt wurde.Früher hatte er dieselbe für eine im Leben entstandeneWunde erklärt. Ist dieses nicht ein auffallender Wider-spruch mit sich selbst? Hr. Hosrath Seibold tratihm hierin nicht bei. Er behauptet noch immer die Ent-stehung dieser Wunde während des Lebens: aber ergiebc jetzt die Möglichkeit ihrer Entstehung durch die Wir-kung des Bandmessers zu, welche er damals laugnere»und bei wiederholter Befragung in Abrede stellte.

Auffallend ist es, daß gerade der Wunde Nr. 8 derVorzug, daß sie wahrend des Lebens entstanden scy,zuerkannt wird. Es ist hiezu nicht mehr Grund alsbei jeder der übrigen Kopfwunden vorhanden, und nurweil Ebnen durch einen S chlag mit dem Baudrnesi rauf den Kopf gerödtct worden seyn soll, hat man sichbemüht, die Priorität dieser Wunde vor dem Eintrittedes Todes darzuthun. Man hatte vielleicht unbedenk-lich dieselbe Behauptung in Hinsicht der StichwundeNr. io ausgestellt, wenn in den Akten vorkäme, daßEbnen einen Stich erhalten h ätte.

Die vorhandenen Sugillationen (Blutunterlaufungen)sind es allein, welche in dem vorliegenden Falle alsMerkmale der Entstehung der Wunden während desLebens dienen können. Denn da in jedem Falle CönensKopfwunden entweder nach dem Tode oder ganz kurzeZeit vor demselben entstanden, so fehlen natürlich alleandere Merkmale, welche sonst wohl auf eine unzwei-deutigere Weise beweisen, daß Wunden, wenn sie sicham Leichname finden, während des Lebens entstanden