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Ist Cönen wirklich ermordet worden? : Eine Frage an Zergliederer ; Nebst allen darauf Bezug habenden Aktenstücken
Entstehung
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hierbei, daß er kurz vorher versicherte, die Bandmcffer-schiieide könne nicht eingewirkt haben, und daß amRücken keine solche Spitze vorhanden ist. Höchst son-derbar wäre es doch, wenn der Angeklagte, nachdem erEbnen aus den Kopf geschlagen, ihm noch einen ganzkleinen Stich mit der Spitze deS Bandmessers, welcheszu diesem Gebrauche in der HandZherumgedreht werdenmußte, in der linken Augenbraune gegeben hätte.

Die Erklärung dieser Kopfwunden ist darum besondersschwierig, weil wir alle nicht wissen, wie Wunden überhauptnnd Kopfwunden insbesondere durch einen Bandmesserschlagverursacht, aussehen. Dies ist kein gewöhnliches Mordinstru-nrent. Rechtskundige und Gerichts-Aerzte, bei welchen ichErkundigungen einzog , wissen nichts von Ermordungen undVerwundungen durch Bandmesser verübt. Es fehlt daher daszmiimuin compaiattoius: es fehlt an allgemeinenGrundsätzen zur Subsumtion. Wie Säbelwunden, Dolch-stiche, Bajonerstiche Schußwunden anssehen, ist uns bekannt.Die Wundformen, welche durch die Wirkung eines Band-meffers entstehen, kennen wir nicht. Ich wenigstenshabe keine solche gesehen. Ich frage die übrigen HerrenAerzte und Wundärzte, ob sie solche Wunden gesehenhaben? Herr Hofrath Seibold hat uns von 1000 vonLeichnamen und Verwunderen gesprochen, welche er aufSchlachtfeldern liegen sah. Ohne Zweifel waren aberkeine durch Bandmeffer verwundete oder getödtete darunter.

Die Unwahrscheinlichkeit der Entstehung einer odermehrerer von Cönens Kopfwunden durch den Schlag mitdem Bandmefferrucken erhellet auch aus der Abwesen-heit jeder Knochenverletzung. Ich habe schon in mei-nem Gutachten erinnert, daß ein so heftiger mit einemBandmesser versetzter Schlag auf den Kopf nicht leicht