Ober-Pr. Ich bemerke, daß nach dem HamacherschenGeständnisse der Körper noch am nämliche» Abend gleich„ach dem Tode in ein Faß mit Srroh verpackt wordenseyn soll, also der freien Luft nicht mehr ausgesetzt gewesenist.— Rath: Ich will mit dem Ausdrucke „in freier Luft"nur sagen „vor der Versenkung."
Hofrath Seibold: Wenn ich bedenke, daß Conen einjunger kräftiger starker Mann war; daß er zu derZeit wenig Appetit gehabt, und wenig gegessenhaben soll, da sich nur ein dünner Speisebrei in seinemMagen vorgefunden hat; so glaube ich mit Bestimmt-heit sagen zu können, daß Cönens Leiche noch 12 Stun-den hatte länger liegen können, ehe sie von der Fäulnißergriffen wurde; besonders da sie in dem Fasse mitStroh «mhnllr, dem Zuflüsse der Luft um so wenigerausgesetzt war. Ich kann also annehmen, baß Ebnenim Normalzustände ins Wasser gekommen ist; daß aberder Grad der Fäulniß nicht bedeutend war, ist noch ander Hornhaut ersichtlich gewesen. — Daß er auch imWasser unverändert bleiben mußte, ist auch klar, da we,der Luft noch Wärme, noch Licht zu ihm Zufluß hatte.Die Fäulniß kann eingetreten seyn, als ein Theil desKörpers über dem Wasser war, wo der Grad der Fänl-niß, wenn der ganze Körper herausgezogen, in einerStunde mehr zunimmt, als im Wasser binnen 14Tagen.
Kreisphysikus Servaes: Mit dem Tode fängt die
Verwesung an. Cönens Leiche lag unter Verhältnissen,wo dieEnwirkung der Luft gehemmt war, dieselbe aber docheiuwirken konnte. Gewiß ist es, daß nicht nur Wärmeund Licht, sondern auch besonders der Einfluß der Luftdie Verwesung befördert; die Verwesung kann also i»