Druckschrift 
Ist Cönen wirklich ermordet worden? : Eine Frage an Zergliederer ; Nebst allen darauf Bezug habenden Aktenstücken
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

I-IO

ihre Anwendung muß ihrer Einsicht und ihrem Gewisse»überlassen bleiben: ein solcher Fall ist der vorliegende,wo es sich von einem doppelte» Morde handelt, dessenWirkung nicht im einzelnen und aus Lehrbüchern, son-dern im Zusammenhänge und durch Vernunftschlüffe bc-urtheilt werden muß, was die Herren Obduzenten auchwirklich gethan haben. Nur noch einen Punkt willich berühren: warum nämlich die arteriös Meningen:meckiw allein mit Blut überfüllt waren, mag wohl da-her rühren, weil die Lockerheit der ^raelinoiclea (Spinn-gewebehaut) zwischen der harten und weichen Hirnhautdie Wirkung des Schlages auf den Kopf am ersten em-pfinden konnte; mithin diese am ersten gelahmt wurde,wohin sich auch sogleich das Blut aus den Gefäßen derharten und weichen Hirnhaut entleerte, und nun in denzuerst gelähmten Gefäßen stockte; und aus dieser Ur-sache schrieben die Herren Obduzenten diese Ueberfüllungnicht der Erstickung, sondern der Hirnerschntterung undder darauf gefolgte» Lähmung zu, in welchem Falle ichihnen auch vollkommen be,'stimme. Hr. v. Walthermacht uns zuletzt hier den Vorwurf, unsere geäusserteMeinung: ,,Conen sey theils an Hirnerschütterung, theilo, an Erdrosselung gestorben" heiße so viel als:Conensey zuerst todtgeschlagen und dann noch erdrosselt wor-den." Aber, meine Herren Geschwornen, so heißt un-sere Meinung nicht, wenn man auch diesen Satz nochso sehr verdrehen wollte, um ein llonmor anzubringen;sondern sie heißt:Ebnen sey zuerst tbdtlich geschlagen,und dann noch erdrosselt worden" oderbeide Gewalt-thaten an zwei verschiedenen Individuen verübt» wür-den den Tod für Beide zur Folge gehabt haben."In Verbindung miteinander, starb doch nur Einer, und