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Ist Cönen wirklich ermordet worden? : Eine Frage an Zergliederer ; Nebst allen darauf Bezug habenden Aktenstücken
Entstehung
Seite
LXIII
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I.HH

Auf diese Weise hat er sich nun die Geschichte znsam-menstudirt, und die Fragen, die ihm vielleicht der Gene-

wurde vorgerufen, leugnete aber, daß der Jude bei ihrgewesen. Sie fürchtete nämlich, ihrer Kundschaft znschaden, wenn in der Stadt bekannt würde, daß sievon einem Juden Fleisch nehme. Die Iudcnfamilie kamvor die Assise. Bei der Assise fiel es auf, daß derDvuaue mit seiner Frau und seiner Tochter die Sacheimmer so ganz mit denselben Worten erzählten, alswenn sie die Geschichte auswendig gelernt hatten. Diesesbestärkte den Verdacht, den man ohnehin schon hatte,daß die ganze Sache aus Rache könne erfunden seyn.Auf einmal wurde ein Brief in den Assiscnsaal gebracht.In diesem stand, daß die Mutter alles bekannt habeund um Gnade bitte. Das zwölfjährige Mädchen, wel-ches gerade allein im Verhör war, erschrack darüber sosehr, daß cs die Besinnung verlor. In dieser Verwirrungbekannte es: es sey alles erfunden und

sein Vater habe ihm gesagt, wie es sagensolle. LS bat um Gnade, und es wolle es nie wie,der thun. Auf diese Weise wurde die Sache entdeckt.Die Geschwvrnen sprachen die Judenfamilie frei. DieZollbeamtenfamilie wurde aber nun des falschen Zeug,»isses wegen in Anklagestand gesetzt, und in einer derfolgenden Assisen von den Geschwvrnen zum Tode ver-urtheilt. Der Vater und die Mutter wurden in Aachenguillotinirt. Das Mädchen hatte aber noch nicht daszurechnungsfähige Alter. Es kam in ein Besserungs-Haus.

In diesem Prozesse wurde die Wahrheit auch durch einenfalschen erdichteten Brief entdeckt, und Herr von Krtzebuehatte hieraus den Stoff zu einem Schauspiele nehmenkönnen, das er die edle Lüge überschrieben.