Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
411
Einzelbild herunterladen
 

411

ren haben und ihnen ein Kampfspiel veranstalten. DieHerren Flau, Bär, Zaunkönig und Matz sind beritten;sie mögen sich also auf ihre Strcitrosse schwingen undLanzen mit einander brechen. Es gehört aber in meinenPlan, daß keiner von ihnen am Ende Sieger bleibt undauf den Ritterdank Anspruch machen kann. Irgend einAnderer muß zuletzt den tapfersten Kämpfer aus dem Sat-tel heben, und diese Rolle übertrage ich Ihnen, FreundOtto! Ihrer Jugcndkraft und Gewandtheit ist es ein Leich-tes, mit den steifen Männern und Männchen fertig zuwerden, und der Ihnen bestimmte Dank wird Sic erfreuen."

Die letzten räthsclhaften Worte machten mich aufmerk-sam. Sollte wohl, sagte ich zu mir selbst, Pauline dar-unter gemeint scp» ? Hat der Vater Euer Vcrständnißbelauscht? und will er das Mädchen lieber dir gönnen,als einem jener vier Herren, die vielleicht in der gestri-gen Trunkenheit um sie warben? Diese Möglichkeitenund Ahnungen bewogen mich sogleich zur Erklärung, daßich die Posse mitspielen wolle. Es war mir auch nichtbange, den Sieg über meine Gegner davon zu tragen,weil ich mich in frühem Jahren, als ich die Reitbahn be-suchte , im Ringclrenncn fleißig geübt und manchen pap-penen Türken und Chinesen niedergehaucn hatte.

Das Ausscheiden des Turniers, die Anschaffung derHarnische und andern Erfordernisse, die auf der Tummcl-bahn gehaltenen Vorübungen, und überhaupt alle vorläu-fige Anstalten, worüber ein ganzer Monat verfloß, über-gehe ich mit Stillschweigen. Ich rüstete mich in geheim,und ließ niemand merken, daß ich mich mit den obgenann-ten vier Rittern messen wollte. Im Gcgentheil stellte ichmich, in ritterlichen Turnkünsten ganz unerfahren zu sepn.

Am Kampftage erschienen die Ritter folgendermaßengerüstet: