Als wir vom Tische aufgestanden waren, wurde Warm-bier in Kaffecschalen dargeboten.
„Wieder ein neuer Eulenspicgelstreich!" rief der Hofrathmit gezwungenem Lächeln. „Warum denn kein Kaffee?"
„Weil wir wiedcrgcborene Altdeutsche sind;" sagte derBürgermeister. „Wir enthalten uns daher eines auslän-dischen Getränks, das unsere Urväter nicht kannten."
„Sehr wahr!" fiel der Doktor ein. „Doch Warmbiertranken sie schwerlich nach Tische. Sie fingen's da beimBecher wieder an, wo sie es bei der Mahlzeit gelassen hatten."
Der Bürgermeister verstand den Wink und ließ frischenWein bringen. Zugleich aber ward uns Eichenbcrgcrnund den Frauenzimmern insgesammt Kaffee gereicht.
„Nun, was für ein Vorrecht haben denn Diese ?" brummteder Hofrath.
„Die Herren von Eichenberg," entgegncte der Bürger-meister , „zeigen durch ihre Kleidung, daß sie heute nochkeine Altdeutsche sind und mit dem schwächer» Geschlechtc,das sich ungern vom Kaffee trennt, muß man Anfangseinige Nachsicht haben."
Der Hofrath schüttelte den Kopf und sagte zu den übri-gen, vom Kaffee ausgeschlossenen Männern: „Kommt, wirwollen uns am Weine rächen." — Sie becherten nunweidlich. Das empfand der Trinktisch, um den sie sichgestellt hatten. Wer das Gleichgewicht verlor, schob ihnden gegenüber stehende» Zechern auf den Leib, und diesegaben taumelnd den Stoß zurück. Dabei ward der deut-schen Freiheit manches Lebehoch gebracht. Aber indem sieso auf Freiheit pochten, waren einige von ihnen gefesselteSklaven, die mit gläsernen Augen sehr dcmüthig um einenGnadenblick von Paulinen flehten. Sie hatten auch mitVater Freimund viel abzumachen. Einer nach dem andern