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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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und eilte dann mit einigen ihres Gelichters ans nahe Spri-tzenhaus, dessen offene Thür ein abgelebter Spießbürgerbewachte. Sie warfen den armen Teufel, der ihnen denEingang verwehren wollte, wie einen Kegel zu Boden,bemächtigten sich einer Feuerleiter und legten sie ans Nach-halls an. Die Belagerten wurden darüber höchst unruhig,rissen die Fenster auf und schalten und wetterten grimmig.Daraus machten sich aber die aufrührerischen Unholdinnenso viel, als ob Gänse zischten. Sie kletterten wie Katzendie Leiter hinauf. Die Rathsherren feuerten mit schwerenFolianten in Holz- und Hornbändcn auf sie hinab, goßcnihnen Tinte auf die Köpfe und warfen ihnen Streusandin die Augen. Aber auch dieses Hagelwetter nicht achtend,erklommen sie das Fenster, wo der ganze Nach, um denSturm abznfchlagcn, in Schlachtordnung stand. Die jüng-sten Mitglieder waren vorangestcllt und hatten, da es zumHandgemenge kam, das schlimmste Loos. Die Verfechte-rin riß zweien derselben die undeutschen Perücken vomHaupte und warf sic unter das Volk. Bald darauf brach-ten die langen Borstbcsen und Ofengabeln de» Vortrabzum Weichen. Er drängte die hintern Reihen zurück; esentstand eine schimpfliche Flucht, und die Veste war erobert.Die Sieger hielten ihren Einzug dnrch's Fenster, öffne-ten dann die Pforte, und alle weibliche Schaarcn, diesich auf dem Markte zusammcngcrottet hatten, drangen hinein.

Eine Viertelstunde nachher that sich die Pforte wiederauf; die Weiber strömten frohlockend heraus; ihre Haupt-männin hielt einen Bogen Papier in der Hand, stellte sichin der Mitte des Marktes aus eine Tonne und las mitlauter Stimme:

Wir Bürgermeister und Rath der Stadt Teutlin-gcn thun hiermit kund und zu wissen: daß Wir, um