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„Hier ist Mord und Todtschlag zu befürchten. Wir Obrig-keit geben nicht nach; wir lassen uns eher unter den Trüm-mern des Nathhauscs begraben."
Er machte sich jetzt mit großen Schritten auf den ge-fährlichen Weg, und ich ging ihm auf dem Fuße nach.Der Markt war mit zahllose», wild durch einander schnat-ternden Weibern und Mädchen bedeckt. Sie umzingeltensogleich den Herrn Ordnei-Obsichter und wollten ihm denKopf zurecht setzen. Hundert Hände faßten und hieltenihn; er machte sich aber die langen Arme frei, streifte dieKletten, die sich an ihn hängten, links und rechts von sichab und erreichte das Rathhaus. Hier sah's kriegerisch aus.Zwanzig wüthcndc, mit Besen, Ofengabcln und Krautha-ken bewaffnete Amazonen belagerten die Thür und donner-ten mit Holzärten daran. „Geliebte Frauen und Jung-frauen !" begann Herr Ballhorn in einem bittenden, kläg-lichen Tone und wollte eine rührende Rede halten; abereine alte, häßliche, etwas vornehmer als die andern geklei-dete Furie sprang auf ihn los, packte ihn am Kragen undschrie: „Sagen Sie meine Herrinnen und Fräu-lein, oder Sic kommen nicht lebendig von der Stelle!"— Er trotzte standhaft dem Tode und sprach den geforder-ten Gruß nicht ans, sondern drang mit Gewalt hin zurThür, die von innen ein wenig für ihn geöffnet wurde.Da sie aber, weil die tollen Weiber mit hineinbrccheirwollten, so schnell als möglich wieder zugcdrückt werdenmußte, so gerieth sein linker Fuß, den er nicht geschwindgenug nachzog, in die Klemme und verlor den Schuh,den die Weiber sogleich mit wildem Geschrei ans einerStange herumtrugen.
Als nun alle Versuche, die Nathhausthür anfzusprcngcn,vergeblich waren, hielt die alte Rädelsführerin Kricgsrath