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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Faust, wiest dann auf ein nahes Haus und brummte:Dort wohnt der Stadtrichtcr!" Ich gab ihm ein paarGroschen Schmerzengeld.Großen Dank!" sprach er.Der Herr ist höflicher als sein Ganl."

Das mir gezeigte Haus war himmelblau und mit sil-bernen Sternen besäst. Obe» unter dem Dache befandsich eine Mondscheibe, und auf derselben ein altes, finste-res Gesicht, das den sogenannten Mann im Monde Vor-steven sollte, lieber der Thur hing eine Tafel mit derInschrift: Orduci - Amt.

Mit Ehrfurcht trat ich in diesen Himmel auf Erdenund klopfte an die mit goldene» Buchstaben bezeichncteOrdnei-Stube. Ein langer, kcrzenstcifcr, feierlicher Mannöffnete mir. Ich erschrack; denn vor mir stand der leib-hafte Mann im Monde, der sein vollkommen ähnlichesKonterfei dort hatte anbringen lassen. Altdeutsch geklei-det, wich er von seinem Mnsterbilde, dem Amtmann, bloßdarin ab, daß er unförmliche, vorn abgestußtc Schuhemit gelben Bandrosen trug.

Ich sagte ihm, daß ich, als Fremder, die Weisung er-halten habe, mich bei ihm zu melden.

Er klopfte bedächtig auf seine Tabaksdose und fragtemit einem langsamen, gedehnten Tone:Haben Sie eineReiscurkunde, oder, um mich kürzer auszudrücken, einenBahubrief?"

Ich sah ihn an und bekannte, daß ich ihn nicht verstehe.

Ich meine einen Paß," fuhr er fort.Wir habenuns hier verbunden, durchaus reines Deutsch zu sprechen;folglich ward das Wort Paß, als ein ursprünglicher Aus-länder und Sohn des lateinischen kassus, verwiesen.Daher lesen Sie auch an der Thür: Ordnei, statt Po-lizei, und ich heiße nicht Polizei-Jnspector, sondern Ord-