mich, den weisen Rath gelesen zu haben. Besonders lä-cherlich war mir des Erfinders Zusatz: es wäre gut, wennman zu diesem Geschäfte wirkliche Bettler bekommen könnte.Daran, dacht' ich, wäre kein Mangel."
„Nein, das weiß Gott!" rief der Amtmann. „Ich selbstkann aus meinen Amtsdörfern ein bedeutendes Heer stellen."
Die Flasche war leer; er nahm Abschied. Da bemerkteFreimund, daß er, anstatt einer Reitgerte, eine russischeKnute in der Hand batte, und fragte ihn, wie er zu die-ser Kosakcnpeitschc komme.
„Wißt Ihr nicht, daß cs jetzt Mode ist, damit zu rei-ten?" versetzte der Amtmann.
„O, wir Deutschen! wir possirlichen Deutsche»!" riefFreimund. „Wir sind und bleiben doch die Affen allerAusländer."
Als der Amtmann fort war und ich meine Schüchtern-heit gegen Paulinen überwunden hatte, wollte ich gernihr Gemüth gegen ihn erforschen, und sagte scherzend: deraltdeutsche Ritter scheine Lust zu haben, ihr als seinerHerrin zu huldigen. „Daran denkt er wohl nicht;" ant-wortete sie gleichgültig, und brach so geschwind davon ab,daß es mir nicht klar wurde, ob ich einen begünstigtenNebenbuhler hatte oder nicht.
In der Frühe des andern Tages stellte ich mich, alswollte ich mein Pferd satteln lassen und weiter ziehen.„Nein, lieber Otto!" sagte Freimund. „Sie haben Zeit,Sie müssen einige Monate bei uns bleiben. Sollte Sieauch hier auf dem Dorfe die Langeweile dann und wannanfcchten, so wird Ihnen doch das Städtchen Tentlingcn,das nur- eine Meile entfernt ist, manche lustige Unterhal-tung verschaffen. Man will dort, wie Sie vom Amt-