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„Wahrlich, er ist's!" sprach der Vater. „Aber welcheTracht! Er scheint zu einer Maskerade zu reiten, undspricht wohl nur gelegentlich bei uns ein."
Hiermit ging er ihm in den Vorsaal entgegen.
„Guten Tag, alter Freund!" rief der Amtmann. „Ichkomme zu Euch als Gesandter des ehrsamen StädtchensTentlingcn: ich soll Ench auffordern, gemeinschaftliche Sachemit uns zu machen."
„Worin?" fragte Frcimund.
„In Allem, was zur Wiederherstellung der alten Dcutsch-heit gehört; vor der Hand in der altdeutschen Tracht.Mau ließ mir nicht Ruhe, ich mußte mit meinem Bei-spiele vorlcuchtcn. Die ganze Stadt will mir Nachfolgen,und ich hoffe, wir haben bald das Vergnügen, Euch ebenso gekleidet zu sehen."
„Schwerlich, lieber Amtmann!" versetzte Frcimund. „Siewissen, ich bin ein Deutscher in Wort und That; dochNeben - und Außcndinge sind mir gleichgültig.
Eine Volkstracht ist übrigens in mancher Rücksicht löb-lich und gut. Man suche sie nur nicht in der Plundcr-kammcr der Vorwelt, sondern erfinde eine, die unsermheutigen Geschmacke nicht widersteht; sonst kommen wirdoch aus dem Sclavcnjoche der Nachahmung nimmer heraus."
„Ich denke wie ihr!" sprach der Amtmann. „GlaubtIhr denn, daß ich mir in dem kurzen Käppchen gefalle?Ich sehe darin aus wie ein Wenzel in der deutschen Karte,das weiß ich; aber man ist nun einmal von Gottes Gna-den Amtmann im Städtel und muß bei jeder Gelegen-heit vortanzcn."
Jetzt ging er auf Panlincn zu, küßte ihr die Handund sagte mit möglichster Mäßigung und Anmuth seinerDonnerstimme: „Mein schönes Fräulein, wie befindenSie sich?"