Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

ward am Ende der Bergräthin so unerträglich, daß siedrohte, ihn mit eigener Hand aus dem Wagen zu werfen.

Wie? was?" fuhr er auf.Diese Ehre soll mir ineinem Wagen widerfahren, den ich aus meinem Beutelbezahle?"

Wer verlangt das?" versetzte sic.Ich bezahle denWagen und alles, was Sie und wir heute verzehrten,wenn Sie von diesem Augenblick an Ihr verdammtesMaul halten. Erfüllen Sic diese Bedingung, so könnenSie mir morgen die Rechnung schicken, und ich entrichteden Betrag auf der Stelle."

Das wirkte trefflich; er muckte nicht mehr. Die Berg-räthin ließ an seinem Hanse Vorfahren. Stumm wie einFisch stieg er aus und ging ohne Abschied in seine Woh-nung, nachdem er zuvor dem Kutscher zugcrufen hatte:Die Frau Bergräthin bezahlt den Wagen!"

Des folgenden Tages übersandte der Filz seine Rech-nung. Der erbettelte Malaga war zu einem Dukatenangeschlagen und sogar die Farbe, womit der Windbeutelsein Trinkwasser i» scheinbaren Wein verwandelt hatte, inAnsatz gebracht.

Hunger und Kummer und Wcchselarrest waren nunlange Zeit sein Loos. Er befand sich noch in PüsterichsSchuld und Haft, als Ferdinand und Luise ihre Hochzeitfeierten. Damit er aber auch ein Fest habe, beschloß er,dkn Tag nach Johannis Jahr für Jahr als Buß-, Trauer-und Fasttag zu begehen.