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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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mausetodt! Läutet sie zu Grabe!" kreischte der Rath hin-terher und stieß noch mehr dergleichen Verunglimpfungenaus, die ihm leicht neue Händel zuzichen konnten, wennnicht ein anderer Gegenstand die Aufmerksamkeit der Leutevon ihm abgelenkt hätte.

Es hatte sich nämlich, von dem Grafen dazu verschrie-ben, ein Meister der Luftschiffskunst eingesunken, um dieZuschauer mit einer Jagd zu belustigen. Ein Jäger zuPferde und fünf oder sechs Hunde sollten ein wildesSchwein in die Wolken hincinhetzcn. Diese Jagd gingjetzt loS, verunglückte jedoch ganz: denn die Hetzer wur-den gehetzt. Der Weidmann und seine Rüden segelten,vom Winde gejagt und umgeworfcn, mit cmporgestrccktenBeinen voran, und das Schwein, das sich auf den Fü-ßen erhalten und weislich seinen Feinden den Vorsprunggelassen hatte, verfolgte die Krüppel. Darüber wardviel gelacht und gcwitzelt, und niemand machte sich lusti-ger, als der mißvergnügte Commcrzicnrath. Er klatschtein die Hände und krähte:So ist's recht! Ein Stückchenaus der verkehrten Welt! Das paßt für Kunkelwitz! Dageht und steht auch alles auf dem Kopse und keine Gerech-tigkeit gilt!"

Bei meiner Seele, das Herrchen hat Recht!" rief einliederlicher, immer betrunkener Bürger, der einige Tagevorher, wegen schuldiger Steuern ausgcpfändet worden war.

Den Teufel mag's Recht haben, das Ding!" fuhr einGrobschmid den Trunkenbold an. «Wie kann sich so einfremder Naseweis unterstehen, unsere wcrthe Stadt unddie edle Obrigkeit zu lästern? Und noch dreimal schlech-ter ist's, wenn hiesige Bürger es thun. Man lasse michdergleichen Worte nicht mehr hören; sonst schlag' ich zu!"

Ho! ho! Bürger gegen Bürger so sträflich?