„Verfluchter Schandbalg!" schrie er mit schäumendemMunde und setzte noch andere Ehrentitel hinzu. Sic stürztewieder auf ihn los, hob ihm den Rock auf, zog die Bein-kleider straff an und züchtigte ihn auf der dazu bereitetenStelle mit unzähligen Plätzen,. Er erhob ein Mordge-schrei. Keuchend kam der dicke Bürgermeister mit seinerbewaffneten Macht und sagte sehr ernsthaft: „Ich erstaunebillig, mein Herr, Sic abermals hier in der Klopfe znfinden. Haben Sie schon wieder Pech angegriffen?"
„Schlimm genug, daß cö so viel Pech hier gibt!" ver-setzte der Gnom.
„Enthalten Sic sich, wenn ich bitten darf, solcher An-züglichkeiten!" warnte der Vater der Stadt. „BerichtenSie mir mit kurzen und gesetzten Worten, was Ihnenwiderfahren ist."
Schnell und frech trat der Balg vor Gericht und sagte:„Er liebäugelte mit mir und neckte mich, als wär' er inmich vernarrt — ich zog ihn zum Tanz auf und mußterhu, weil er so klein ist, auf den Arm nehmen — da gaber mir Ohrfeigen nach dem Takte und dafür paukt' ichihn ein bißchen. Das ist die ganze Geschichte, und Alle,die hier stehen, sind meine Zeugen/" —
„Ja, so war's, hochedlcr Herr Bürgermeister!" riefenViele Stimmen.
Der Richter kehrte sich hierauf zu dem geschlagenenMännlein und sagte bcdächtlich: „Bei sothaner Bewandt-nis', mein Herr, kan» ich kein anderes Urtheil sprechen,als Dieselben vorhin an der Kletterstange über sich selbstfällten: Wer Pech angreift, besudelt sich."
Damit zuckte er die Achseln und ging fürbaß mit sei-nem Gefolge.
„In Kunkelwitz gibt's keine Gerechtigkeit! Sie ist todt!