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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
376
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Verfluchter Schandbalg!" schrie er mit schäumendemMunde und setzte noch andere Ehrentitel hinzu. Sic stürztewieder auf ihn los, hob ihm den Rock auf, zog die Bein-kleider straff an und züchtigte ihn auf der dazu bereitetenStelle mit unzähligen Plätzen,. Er erhob ein Mordge-schrei. Keuchend kam der dicke Bürgermeister mit seinerbewaffneten Macht und sagte sehr ernsthaft:Ich erstaunebillig, mein Herr, Sic abermals hier in der Klopfe znfinden. Haben Sie schon wieder Pech angegriffen?"

Schlimm genug, daß so viel Pech hier gibt!" ver-setzte der Gnom.

Enthalten Sic sich, wenn ich bitten darf, solcher An-züglichkeiten!" warnte der Vater der Stadt.BerichtenSie mir mit kurzen und gesetzten Worten, was Ihnenwiderfahren ist."

Schnell und frech trat der Balg vor Gericht und sagte:Er liebäugelte mit mir und neckte mich, als wär' er inmich vernarrt ich zog ihn zum Tanz auf und mußterhu, weil er so klein ist, auf den Arm nehmen da gaber mir Ohrfeigen nach dem Takte und dafür paukt' ichihn ein bißchen. Das ist die ganze Geschichte, und Alle,die hier stehen, sind meine Zeugen/"

Ja, so war's, hochedlcr Herr Bürgermeister!" riefenViele Stimmen.

Der Richter kehrte sich hierauf zu dem geschlagenenMännlein und sagte bcdächtlich:Bei sothaner Bewandt-nis', mein Herr, kan» ich kein anderes Urtheil sprechen,als Dieselben vorhin an der Kletterstange über sich selbstfällten: Wer Pech angreift, besudelt sich."

Damit zuckte er die Achseln und ging fürbaß mit sei-nem Gefolge.

In Kunkelwitz gibt's keine Gerechtigkeit! Sie ist todt!