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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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zwar losgebcten; aber führe dich bescheidener auf, undpflanze dich bei Tische nicht etwa neben das Mädchen.Wähle dir vielmehr, um die zornige Frau wieder zu be-sänftigen, den fernsten Platz, den du finden kannst, und und trink dort mit deinen Freunden; was Ihr bezahlenkönnt, das geht mich nichts an."

Ferdinand, der schon Louise» versprochen hatte, ihr Tisch-nachbar zu sepn, crschrack über diese Gcsctzpredigt. Erwolle, ohne den abgekarteten Handel zu gestehen, einenVersuch machen, den Onkel zur Duldung in seiner Nähezu bewegen; aber kaum begann er seine Bitte, so wardsie nicdcrgcdonnert und ihm, wenn er nicht Gehorsamleiste, mit Enterbung gedroht.

8 .

Er kehrte dem Herrschcrling, dem gebieterischen Zaun-könig welches Vögclcin man wirklich in einigen Ge-genden das Tprannchcn nennt schweigend den Nucken,lief hinab in die Schenkstubc und schrieb in diesem ge-wühlvollen Noahskastcn mit Bleistift folgendes Briefchenan Luisen:

Mein wunderlicher Oheim, dem ich aus Gutmu-thigkeit nicht trotzen mag, befiehlt mir, mich beiTische so weit als möglich von ihm folglich auchvon Ihnen zu entfernen. Welche traurige Mahl-zeit steht mir bevor! Wie vergnügt wollt' ich Was-scr und Brod an Ihrer Seite genießen! Mir ge-führt Gcfängnißkost; denn ewig bin ich Ihr Ge-gangener."

Dieses Blättchen schob er Luisen heimlich in die Hand.Verstohlen hatte sic kaum die bitter-süßen Worte gelesen,