Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
367
Einzelbild herunterladen
 

-o§> 367 <§-->

ben ihr her trippeln, und sic stützte sich bisweilen aufseine Schultern, wie auf einen Stock.

Diese Vertraulichkeit war ein schlechter Ersatz für dieEntbehrung des Glücks, mit Luisen zu wandeln- Ferdi-nand genoß es mit süßem Behagen. Die jungen Leutehatten einen guten Vorsprung vor dem altern Paare ge-wonnen, und sprachen, scherzten und lachten so vertraut,als kennten sie sich schon Jahre lang. Der Liebesgott hattemit Geschwindschüssen ihre Herzen für einander erobert.

Sehn Sie nur, sehn Sie, was dort vorgeht!" sagteder Rath zu seiner Gefährtin.Sie setzten mir wahrlicheine Schlange in den Busen, als Sie mich zur Mitnahmedes Gecken bewogen. Fräulein Louise schenkte mir seitdemkeinen freundlichen Blick; sic hat nur Augen für ihn. O,wie falsch prophezeiten Sie mir: der heutige Tag würdefür mich ein entscheidender Tag werden! Ja wohl,ja wohl entscheidend! Aber wie?"

WaS Sie für ein Ncidhart sind!" versetzte die Bcrg-räthin.Gönnen Sie doch Ihrem Vetter die flüchtigeTändelei! Morgen ist alles vergessen. Sie haben beiLouisen einen guten Stein im Breie. Bauen Sie aufmein Wort!"

Dieser Trost griff seiner sinkenden Hoffnung wieder un-ter die Arme. Doch drang er auf schleunige Umkehr inden Gasthof, um dem leichtfertigen Vogel, der sich unterfreiem Himmel zu lustig machte, im Käfich der Stube dieFlügel zu beschneiden. Er setzte dort auch sogleich dieSchccre an, und schliff und schärfte sie mit einer Lüge.Die Bergräthin," sprach er,ist höchst aufgebracht überdein dreistes, hasenfüßigcs Betragen gegen ihre Tochter.Sie verlangte mit Heftigkeit, ich sollte dich aus unsererGesellschaft verweisen. Von diesem Banne Hab' ich dich