Druckschrift 
12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
366
Einzelbild herunterladen
 

-c>D 366 ^o-

und rief ohne weitere Umstände einem Aufwärter zu:Chokolade!"

Huzcl trat ans Fenster, blickte gen Himmel, knirrschtemit den Zähnen, und ballte die Hände in den Taschen.Als er sich wieder umkchrte, stand eine große, dickbäuchigeKanne mit sechs Tassen auf dem Tische. Die Bergräthinfüllte sie alle und bcwirthcte die drei Nücksaffen des Wa-gens zuerst. Der Gnom griesgramte darüber von neuem.Da jedoch der unbercchncte Riß in seinen Geldbeutel ein-mal geschehn war, trank er gierig mit, ohne sich vor Er-hitzung und Sättigung zu fürchten.

Das thcure Frühstück war bald verzehrt. Acngstlich be-trieb er nun den Aufbruch ins Feld, um nicht etwa nochein Gabel-Frühstuck bezahlen zu müssen. Zuvor aber stif-tete er, mit zweideutigem Versprechen eines Trinkgeldes,den Hausknecht an, einen Ausfall auf die Belagerer desGasthofes zu thun, und sie mit der Hetzpeitsche in dieFlucht zu schlagen. Der Knecht vollzog den hohen Befehlund machte reinen Weg; doch das Kehrlohn hat er, wieman behauptet, noch heute zu fordern.

7.

Ferdinand, von Liebe ganz umnebelt, sah durchaus nicht,daß ihm der Oheim, als er mit den Frauenzimmern aus-ging, winkte und winkte, zurück zu bleiben. Er schloß sichfrisch au die Lustwandlcr an, und bot Luisen den Arm,da Jener sich Ehren halber nicht entbrechen konnte, die-sen Ritterdienst der Mutter zu leisten. Sie verschmähtejedoch, beiläufig gesagt, das kurze Acrmchcn, weil es ihrzu beschwerlich war, wegen dieser Kleinigkeit so tief hin-unter zu langen. Dennoch mußte das Ehrcnrittcrlein ne-