Frauenzimmer und den Oheim heraus. Dieser zeigte sichsogleich als Hauptperson; er gab dem Kutscher allerhandBefehle, ließ die Torte und die versiegelten Flaschen tu'sHaus tragen, focht dabei viel mit den Händen, und seinezahlreiche» Ringe fielen, von der Sonne bestrahlt, präch-tig in die Augen. Der ganze Bettclordcn stürzte deßhalbauf ihn zu, umzingelte ihn und begehrte Gabe» aus seinerblitzenden Hand. Da warf er sich in die Brust, als war'er regierender Bürgermeister von Kunkclwitz und wettertelos: „Arbeitet, ihr Faulenzer, so habt ihr Brvd! Wassteht ihr hier am goldenen Spinnrocken? Jn's SpinnhauSgehört ihr!"
Indessen öffnete Louise die Armenkasse ihres Strickbeu-tels, um Almosen auszuspcndcn. Der Rath ließ cs nichtzu, griff in seine Westentasche, vcrthciltc rechts und linksGeld und führte die Frauenzimmer in den Gasthvf. Aberdas undankbare -Gesindel schimpfte hinter ihm her: „Sehtden Grvßprahler! Er trägt ein Rittergut auf der Hand,und theilt Kupfcrhcllcr damit aus. Pfui über den schäbi-ge» Geizhals!" Er hustete gewaltig, um diese Lobrede denDamen unverständlich zu machen, und sic stellten sich ausHöflichkeit taub.
Als die Staubmäntel im Gasthofc abgelegt waren, sahsich die Bcrgräthin nach einem Frühstück um. Das merkteder Gnom und sagte schnell: „Die Gegend um Kunkel-Witz bcdünkt mich sehr schön. Wie wär' es, wenn wirbis zur Tischzeit ein Spatzicrgängclchcn machten?"—„Oja!" antwortete die Bergräthin: „doch vorher wollen wirChokolade trinken." — „Ei, ei!" sprach er; „ein so er-hitzendes Getränk im Sommer? und ein so nährendeskurz vor dem Essen? — Wir werden uns wenigstens dieMahlzeit verderben." — „Ich gewiß nicht," versetzte sie,