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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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rum soll mich des Geistes Wort in meinem Vertrauenzu Ihnen nicht irre machen. Ich werde ihn muthig er-warten und Sie gegen ihn vertreten."

Ich verließ den Fürsten mit dem Vorsatze, ihn dieserBertheidigung zu überhcben, und überhaupt den gedrohtenBesuch von ihm abzuwcnden. Leicht crrathcnd, wo derHerr Abt Herkommen würde, entschloß ich mich, ihm denWeg zu verrennen. Da er aber, der Sage nach, einRiese sepn sollte, so war eine Fehde mit ihm ohne Bei-stand bedenklich. Ich sah mich daher nach einem tüchti-gen Kampfgehülfcn um. Meine Wahl fiel auf den fürst-lichen Leibkutscher. Das war ein Kernmann, auf denich mich verlassen konnte.

Gegen Mitternacht besetzten wir in aller Stille den

Ausgang einer langen gewölbten Halle, die der Herr Abt

nicht umgehen konnte, wenn er im Schlafzimmer des Für-

sten spuken wollte. Er ließ uns kaum zehn Minutenwarten. Schwere Tritte, die vom andern Ende der Halleher dröhnten, kündigten seine Ankunft an. Jetzt brachich Plötzlich mit zwei verborgen gehaltenen Lichtern her-vor und sah einen Ungeheuern, durch eine hohe Bischofs-mütze noch vergrößerten Riesen, dessen gräßliche Larvemich fast erschreckte. Bekleidet mit einem langen schwar-zen Priestergcwande, trug er in der linken Hand ein

Buch und in der rechten den Krummstab. Er prangtefolglich mit allen ihm verliehenen bischöflichen Ehrenzei-chen. Ich aber sagte ohne Umstände:Guten Abend, HerrAbt! Wo spazieren Sie hin?"

Brummend wie ein Bär, zog er sich mit kleinen Krebs-schrittcn ein wenig zurück. Als ich ihm aber nachdrangund sein Fratzcngesicht mit hochgehaltenen Lichtern beleuch-tete, wandte er sich schnell und ging rascher von dannen.