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Papste die Erlaubiüß erhalten hatte, bischöfliche Ehrenzei-chen zu tragen. Die Geschichte meldet von ihm, daß erein Mann von außerordentlicher Strenge und fast riesen-hafter Leibesgröße gewesen sep. Darauf gründet sich diealte Sage, daß sein Geist noch bisweilen als Sittcnrich-richter in diesen Mauern umher wandele."
„Doch wie kann ich dieß noch Sage nennen?" fuhr erseufzend fort. „Es ist Wahrheit! — Ich hörte seine Don-nerstimme in voriger Nacht; sie rief vor der Thür mei-nes Schlafzimmers: Arenhain! der Abt Nicodcmus redetmit dir! — Ich habe Wohlgefallen an deiner Frömmig-keit; aber ein Gräuel ist mir der Unchrist, der vor zweiMonaten, wie aus den Wolken gefallen, in deine Dienstetrat und deines Vertrauens genießt. — Wirf morgendenTages die Schlange aus deinem Busen, schleudere sic überdie Gränze deines Gebiets! Sonst erschein' ich dir furcht-bar in nächster Nacht, und Tod und Verderben sind meinGefolge. — So sprach die schreckliche Stimme, und ichmöchte mir gern selbst verhehlen, gegen wen sie eiferte." —
„Gegen mich, gnädiger Herr!" sagte ich unerschrocken.„Die Zeit meiner Anstellung in Ihren Diensten setzt dasaußer Zweifel. Aber der Abt Nicodcmus kennt mich nicht,und war' er keine heilige Person, so würde ich ihn einenVcrläumder nennen."
„Gemach! gemach!" fiel ängstlich der Fürst mir insWort. „Beantworten Sie mir so treu und wahr, alsstünden Sie vor Gott, die Frage: „Sind Sie ein Christ?"
„Ich bin es!" sprach ich fest und sah ihm frei in dieAugen.
„Das beruhigt mich," sagte er. „Ein gutes Gewissenspricht aus Ihrem Gesichte. — Gott allein sieht in unserHerz; selbst Engel und Heiligen ist cs verschlossen. Da-