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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Wonnen hatte. Er setzte mich zwar darüber nicht weiterzur Rede, weil er die vorgchabte Büberei geheim haltenmußte; wo er mich aber sah, funkelten mich seine Augenzornig an. Auch seine Freunde waren mehr als jemalsüber mich ergrimmt. Darum bat ich den Himmel, michnicht im Schlosse krank werden zu lassen; denn ich hättebefürchten müsse», daß mir der Leibarzt, um seinen Freundan mir zu rächen, ein Sncccssionspülvcrchcn reichte. Min-der gefährlich war der Justizdirektor, der mir, trotz seinerMeisterschaft in Kniffen und Pfiffen, kein Haar krümmenkonnte. Am wenigsten aber machte ich mir aus der lä-cherlichen Ungnade des Zwergleins, das mir, wo wireinander begegneten, eine Faust ballte.

Eines Tages, als Frau von Bärwald einmal ausge-gangen war, ließ mir Helene durch ihre Kammcrjungfersagen: ich möchte in den Garten kommen; sie habe etwasmit mir zu sprechen. Freudig und zagend eilte ich hinab.Sic erwartete mich an einem Platze, wo wir aus denSchloßfenstcrn nicht gesehen werden konnten, und mit demTone der innigsten Freundschaft sagte sie:Meine Dank-pflicht erfordert cs, Ihnen etwas Unangenehmes zu eröff-nen. Sie haben Feinde im Schlosse, die Ihnen bei demFürsten zu schaden suchen."

Ich danke Ihnen für diese Warnung, gnädiges Fräu-lein !" antwortete ich.Aber mein Leben ist schuldlos,meine Treue gegen den Fürsten unwandelbar; was Hab'ich zu fürchten? Ich bin im Gcgcntheil meinen Feindensehr dafür verbunden, daß sie mir diesen Beweis IhresWohlwollens, mein theuersteS Fräulein, verschaffen."

O, ich bin noch tief in Ihrer Schuld!" sagte sie seuf-zend.Sie schützten mein Leben, und ich gab Ihneneine halb verwelkte Rose!"