mit Vergnügen sicht, ohne daß ein Gedanke sich regt, siebesitzen zu wollen.
Friederike hingegen war ein Licht, dem ich mich nahenkonnte, ohne mir, wie eine Mücke, die Flügel zn versen-gen. Ich besuchte sie daher fleißig; nicht als Liebhaber,sondern als Frennd.
„Sic kommen wie gerufen!" sprach sic eines TagcS.„Sie solle» mir mit Rath nnd That an die Hand gehen.Eine meiner Freundinnen, ein sehr hübsches Mädchen, be-findet sich in der ängstlichsten Verlegenheit."
„Charlotte — so heißt sie — liebt einen jungen,braven Mann, den Kaufmann Elbing; aber ihre Basebesteht darauf, daß sic den fürstlichen Kapellmeister, derum sie wirbt, hcirathcn soll. Sie haßt ihn, wie billig;und da sie ein eigenes, nicht unbedeutendes Vermögen be-sitzt, so könnte sie frank und frei nach ihrer Neigung wäh-len : das alberne Gänschen hat sich jedoch von der Basebereden lassen, die Entscheidung ihres ehelichen Looses ei-ner hier lebenden Wahrsagerin zn unterwerfen. Diese alteSibylle, der Kapellmeister und die Base stecken unter EinerDecke. Charlotte soll heute Abend den ihr vom Schicksalbestimmten Bräutigam in einem Zaubcrspiegcl zu sehenbekommen. Das ist aber Betrug. Der sogenannte Zau-berspicgel besteht bloS aus einer großen Glastafel, die, ineinen Nahmen gefaßt nnd mit Vorhängen umgeben, andie ausgehobcne Thür einer Kammer gestellt wird. Undhinter diesem Glase will der Kapellmeister in Lebensgrößeerscheinen. — Das alles weiß ich von einem eben so ehr-lichen, als geschcidtcn Mädchen, das bei der Wahrsagerindient, und von ihr den Auftrag hat, den säubern Herrnheimlich in die Kammer zn führen, während die Alte, zurVorbereitung auf die Hauptsccnc, das Schicksalöbuch der