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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
327
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Rechte studiert habe, sranzöfisch und italienisch verstehe,und mich dem Acmtcheu eines Privatsccrctärs gewachsenfühle.

Das sreut mich," sprach er.Sie gefallen mir, undcs wäre mir herzlich lieb, Sie bei uns zu behalten. Un-sere Bekanntschaft ist freilich noch zu neu, als daß ich Siedem Fürste» empfehlen könnte, aber verstellen will ich Sieihm, und da er eben nicht mißtrauisch ist, so wird er hof-fentlich Ihr ehrliches Gesicht als Bürgen Ihres künftigenWohlvcrhaltens gelte» lassen."

Es sey gewagt!" entgegncte ich. Errvthend nickte mirFriederike zn, und ihr Vater bestimmte den nächsten Mor-gen zur Einführung beim Fürsten.

Wir gingen ziemlich früh auf's Schloß. Der Fürst ließuns sogleich vor. Er legte, als wir in sein Zimmer tra-ten, ein in schwarzen Corduan gebundenes Buch aus derHand und empfing uns sehr liebreich. Der Pfarrer trugmein Gesuch vor. Schweigend sah mich der Fürst einWeilchen an, als wollte er aus meinen Gcsichtszügen meinInneres erforschen. Er fragte hierauf nach meiner Her-kunft und dem Zweck meiner Reise. Ich war denn, wo-für ich bisher immer gegolten hatte, der Sohn eines ver-storbene» Beamten Walland, und machte die Reise blos,um Welt und Menschen kennen zu lernen.SchreibenSic eine deutliche Hand?" fragte er weiter. Ich erbotmich zu einer Probe. Er dictirte mir einen Brief, woriner sein Urtheil über ei» neues theologisches Werk einemFreunde mitthcilte. Meine Handschrift gefiel ihm. Er reichtemir daun das Buch, das er bei unserer Ankunft weggclegtHatte. Es war ein Theil von Jakob Böhme's Schrif-ten. Ich mußte ihm eine Seite daraus vorlesen.

Indem ich meine Stimme hören ließ, trat jemand, den