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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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zurückkehrte. Friederike, mein liebenswürdiger Schütz-ling, fesselte mich mit jedem Augenblicke mehr und gewannin meinem Herzen einen Platz neben Helenen, obgleichdiese »och immer den Vorzug behauptete. Auch die Pfar-ren», die sich mir jetzt erst zeigte, war ein gutes, redseli-ges Mütterchen. Sic sagte mir, so oft sic geschäftig durchsZimmer trippelte, ein freundliches Wort. Bei Tische un-terhielt sie mich vom Fürsten und seinem Hofwesen. Sielobte ihn als einen wackern, frommen Herrn, tadelte hin-gegen, daß er sich zu tief in seine Andachtsbücher vergrabeund weder sehe noch höre, daß er von Wölfen in Schafs-kleidern umgeben sep. Sein bisheriger Secretär und Vor-leser, setzte sie hinzu, habe aus Aergerniß über diese Rotteseinen Abschied genommen, und der Fürst bemühe sich seiteiniger Zeit vergebens, einen andern brauchbaren jungenMann an dessen Stelle zu finden.

Friederike sah mich an, und ich las es ihr aus denAugen, daß sic wünschte, ich möchte fähig und geneigtsepn, den Posten anzuuchmen. Ich hatte nie Lust, beieinem Privatmanne was doch der Fürst nur warin Dienste zu treten, weil man dann, ohne einen Schat-ten von Freiheit, jede Stunde, jeden Augenblick gewärtigsepn muß, durch einen Bedienten, oder wohl gar durchdie verächtliche Stimme der Klingel, zum Gebieter geru-fen zu werden. Doch Fricderikcns Augen zauberten plötz-lich diese alte Bedenklichkeit aus meinem Kopfe heraus.Ich erklärte, daß mich die Wölfe in Schafskleidern nichtabschrecken sollte», dem Fürsten meine Dienste anzutragen,wenn ich nur, als ein ihm unbekannter Fremdling, hoffendürfe, williges Gehör bei ihm zu finden.

Jetzt erst erlaubte sich der bescheidene Pfarrer, nach mei-nem Stande zu fragen. Ich antwortete ihm, daß ich die