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Dahin konnte ich ihnen nicht folgen. Meine Muttererwartete mich mit Sehnsucht. Als ich zu ihr kam, fandich sie krank. Der Arzt, den ich über ihren Zustand be-fragte, gab wenig Trost, ihr Leben noch lange zu fristen.Sie ward von Tage zu Tage schwächer, und schien übcr-dicß an einer Gcmüthskrankheit zu leiden. Es drückte sieoffenbar ein Gehcimniß, das sie eben so ungern entdecken,als mit ins Grab nehmen wollte.
Einsmals ward ich in der Nacht zu ihr gerufen. „Lie-ber Sohn," sagte sie, „das Gefühl meines nahen Todesdringt mir ein schmerzliches Bckcnntniß ab. Ich täuschtedeinen seligen Stiefvater, als wir uns heirathcten, mitdem Vergeben, daß ich die Wittwe eines im Auslandeverstorbenen Beamten ftp: aber ich lebte vorher in keinergesetzmäßigen Ehe. Du heißest nicht Walland, wie mandich bisher nannte; du bist der natürliche Sohn einesMannes von Stande, dessen Neichthum du schon aus die-sem Ringe bcurthcilen kannst." — Sie öffnete ein kleinesFutteral und fuhr fort: „Dieser Ring, der wenigstenstausend Thaler Werth ist, ward mir von deinem Vater fürdich anvcrtraut, damit du dich ihm einst dadurch als seinSohn zu erkennen geben solltest." — Staunend fragte ichnach dem Namen meines Vaters. „Es ist der Graf ——" sagte sie und verlor in diesem Augenblicke, von einemSchlagfluß befallen, die Sprache. Sie gab mir durch Gc-berdcn zu verstehe», daß sie schreiben wolle; aber indemich ihr eine Schreibtafel reichte, erstarrte sic und verschied.
Ihr schneller Tod erschütterte mich doppelt, weil dasLicht, das mir eben über meine Herkunft aufkämmertc,plötzlich dadurch wieder erlosch. Als ich etwas ruhiger ge-worden war, beschloß ich, meinen Vater aufzusuchcn. Ichfand unter den Papieren meiner Mutter den Brief, mit