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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Nach dieser Todtenfeier verließen sie die Kirche. Ichdrückte mich in einen Winkel, um sie nahe bei mir Vorbei-gehen zu sehen, und folgte ihnen, als mir das gelungenwar, ans dem Fuße nach. Vor der Kirchthüre strömtenuns ein paar hundert Menschen entgegen, die einen tollenHund vor sich her steinigten. Er schoß, indem ich ihngewahr wurde, schon auf Helenen zu, und wollte sic ebenverletzen, als ich vorsprang und mit einem Knüttel, denich einem unthätigcn Gaffer ans der Hand riß, das Un-thicr zu Boden schlug. Jubelgeschrci erscholl um mich her.Das erschrockene Mädchen sank der Alten in die Arme.Diese fragte:Wer sins Sie?" Ein Student.VonAdel?" Nein. Sie warf den Kopf zurück, sagte kalt:Wir danken!" und zog Vas Mädchen mit sich fort. He-lene wandte sich aber zurück, reichte mir eine Rose, undlegte mit einem seelcnvollcn Blicke, den ich nie vergessenwerde, die Hand auf's Herz. Die Matrone schüttelte denKopf, eilte hastig zum Wagen, setzte sich mit dem Mäd-chen hinein und fuhr von bannen.

Ich forschte bei dem Gastwirthe nach dem Namen undWohnorte der beiden Damen: er wußte nichts. Ich fragteden Küster: er konnte mir eben so wenig Auskunft geben.So war mir das liebe Kind ohne Hoffnung des Wieder-sehens entschwunden. Nur des Engels Bild.blieb i» mei-nem Herzen zurück. Mtßmüthig ließ ich mein Pferd ver-führen. Ich wollte bei dem Gastwirthe, auf dessen zunft-mäßige Neugier ich vergebens gerechnet hatte, weder essennoch trinken. Als ich zu Pferde stieg, machte ich nocheinen Versuch, etwas von dem Hausknechte zu erfahren;und er wußte wirklich mehr, als die Andern. Er hatteVon dem Kutscher gehört, daß die Reise der Damen nachdem südlichen Deukschlaud gehe.