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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
311
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Sohn eines so wackern Mannes vor sich zu sehen, undnahm den schlimmen Vogel ohne Bedenken in seine Dienste.

9 .

Anfangs kehrte Valentin die gute Seite heraus; ermar ordentlich und fleißig in seinen Geschäften und ver-richtete sie mit Geschick, woran cs ihm gar nicht fehlte.

Trntta, die unsichtbar ans seinem Rücken in Herr» Pe-ters Haus mit eingezogcn war und sich in einem Winkeldes Stübchens, das ihr Zögling bewohnte, niedergelassenhatte, sagte ihm jeden Abend, wenn er zu Bette ging,ei» freundliches Wörtchen. Außerdem blieb sie still, kamnie zum Vorschein und hörte endlich ganz auf, die täg-liche Belobung ausznsprcchcn. Als dieses Verstummen ei-nige Wochen gedauert hatte, machte er sich die angenehmeVorstellung, sie habe sich in der Stille entfernt, weil siecs nicht mehr für nölhig finde, ihn zu Hofmeistern. Erlegte das Ohr an den Kasten, klopfte leise mit den Fin-gern daran; es regte sich nichts darin.

Nun schien cs ihm gefahrlos, seinen Untugenden wie-der den Zügel schießen zu lassen. Er fing damit an,daß er, als er sich cinsmals in der Schreibstube alleinbefand, seinen von Leipzig mitgcbrachten Dietrich an dereisernen Geldtrühe seines Herrn versuchte. Die Schlösserließen sich öffnen; als er sich aber in den hohen Kastennicdcrbengte, um eine Hand voll Gold hcranszulangen,ward der Deckel mit Gewalt über ihm zugeschlagen. Ersteckte wie in einem Fuchseisen; alles Ringen und Stre-ben, sich aus der Klemme zu ziehen, war vergebens.

Während er so in der größten Verzweiflung zappelte,kam ein neues Schrecken hinzu. Sein Plagegeist guckte,