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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
310
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sich aber der liederliche Bursch in der einen Herberge inein Würfelspiel einließ, in der andern sich betrank undmit den Wirthstöchtcrn buhlte, da kam der Zauberkastenwie eine Bombe geflogen, die Hofmeistcrin fuhr herausund bestrafte den Ausschweifenden mit Verweisen undSchlägen.

Dieser Zwistigkeiten ungeachtet beschenkte sic ihn imletzten Nachtlager vor Frankfurt mit einem neuen Kleide,ubergab ihm die versprochenen Beglaubignngsschriftcn,und befahl ihm, sich damit bei dem reichen GroßhändlerPeter Lntkens, dessen Wohnung sic ihm be,zeichnete,zu melden. Das Hauptstück der Empfchlungspapierc war ein Brief seines eigenen Vaters, an besagten Kauf-mann gerichtet und so täuschend geschrieben, wie es demungerathcncn Sohne nie gelungen war, wenn er biswei-len die väterliche Handschrift zu einem falschen Wcchsel-chcn nachzumachcn versucht hatte.

Herr Peter, ein alter deutscher Degenknopf, hatte ebeneinen trcufleißigcn Handlungsbedientcn durch den Tod ver-loren, und wünschte sehr, den in seiner Schreibstube lediggewordenen Stuhl recht bald wieder zu besetzen. Es gabzwar um ihn her dicnstlose Leute genug; doch bei Allenwar ein Aber. Einer liebte die Mädchen, der andere denWein und so weiter. Ueberhaupt hatte Herr Peter dieGrille, daß er zungen Männern, die in ansgcbreitete Stadt-bckanntschaftcn verflochten waren, nicht gern Geschäfte undGelder anvertraute. Er wollte sich deshalb einen Cvmp-toristcn aus der Fremde verschreiben. Indem er mit die-sem Vorsatz zur Feder griff, erschien Valentin und über-reichte den Empfehlungsbrief seines Vaters. Herr Peter,der den angesehenen Kaufmann Altmaper in Leipzig demNamen und Ruf nach konnte, freute sich höchlich, den