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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
304
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im Zaum halten. Die Me zeigte ihm eine volle Wein-flasche, aus welcher sie ein Glas füllte und ihm zurcichte.Er nippte scheu und trank dann mit Lust und Begierde.Der dargebotene Wein war ihm, trotz seiner auögebrcite-ten Gelehrsamkeit in diesem Fache, völlig fremd; doch hatteihm nie ein anderer besser geschmeckt. Er forderte einzweites Glas. Das verweigerte ihm die geizige Mund-schenkin, mit der Ermahnung, sich hübsch zur Mäßigkeit zugewöhnen. Indessen fühlte er sich schon durch den kärg-lichen Labctrunk gestärkt und mit Muth und Hoffnung be-seelt. Er bat nun selbst um eilige Bestimmung einesNachtquartiers, weil er dort seiner Gefährtin zu entwischendachte.

6 .

Ich habe hier in der Nähe eine Freundin, da wollenwir einkehrcn;" sagte sie, und leitete ihn zu einem elendenHllttchcn, das zwischen dichtvcrwachsenem Gebüsch verstecktlag und sich kaum zwei Ellen hoch über den Erdboden er-hob. Sie klopfte drei Mal mit der Kelle an die Thür.Wer ist draußen?" rief eine unfreundliche Stimme.DeineFreundin Trntta," antwortete die Kastnerin.

Das Pförtchcn ward aufgethan, und es erschien einZwerghaftes, braungclbes Mütterlcin, das hielt in der Handeinen langen, schwarzen, brennenden Diebsfinger, der ihrals Licht diente.Ei, liebe Trntta!" mumpfelte sie ausdem zahnlosen Munde hervor:wie kommst du dazu, dichvon einem jungen, hübschen Kerl herumhocken zu lassen?Und welcher Teufel hat dich so winzig klein gemacht?"

Wer anders als mein Gebieter, der Waldgcist?" ver-setzte Trntta.Bald dehnt er mich zu einer Niesin aus,