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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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kische Geist.Geh denn hin, sep ein grundehrlicher Mann,arbeite fleißig, beherrsche deine Leidenschaften, strecke dichnach der Decke, und bezeichne jeden deiner Tage mit einerguten That: so wirst du dein Lebenlang glücklich, zufrie-den, verehrt und geliebt sepn."

Valentin zog ein schiefes Maul und sagte:Herr,Eure Lehren sind ohne Tadel, ich habe sic aber längst ande» Schuhen abgclanfen, und zum Uebcrflnß hat sie mirauch neulich der Famulant des berühmte» Dociors Faustcingeschärft. Doch ist's, frei gestanden, nicht meine Sache,immer und ewig zu arbeiten, und dabei die Erbsen undLinsen spärlich in den Topf zu zählen. Ich wünsche mirtüchtigen Reichthnm, um aller Hudelei und Plackerei übcr-hoben zu scpn, und ehrbar und anständig leben zu kön-ne». Denn sitzt man bis über die Ohren im Gelde, soist's ein Kinderspiel, ein ehrlicher Mann zu sepn."Du hast sehr bequeme Gedanken! Führe sic aus, wenndu kannst. Ich menge mich nicht darein."

«Ihr sprecht gerade so," murrte Valentin,als hättetJhr's mit dem pedantischen Wagner verabredet! WasHab' ich von Eurem ruhigen Zusehen? Ihr sollt Euch,bitt' ich, recht thätig in die Sache mischen, sollt mir reicheGoldquellen öffnen, ein Mädchen von himmlischer Schön-heit in die Arme führen, und mich überhaupt so ausstat-ten, daß mir nichts zu wünsche» übrig ist."

Mummart lächle hämisch, daß ein Mensch, der ihn durchAusrufung seines Schimpfnamens beleidiget hatte, der-gleichen ausschweifende Forderungen an ihn machte. Erschlug cs rund ab, sic zu gewähren, und lenkte seinenDreifuß nach dem Innern der Burg zurück. Aber Va-lentin vertrat ihm mit hartnäckiger Bettelei so lange denWeg, bis er mit einer etwas zweideutigen Miene eine