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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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selben stumm, scheu und blöde war, als ob er nicht dreizählen könnte. Desto besseres Mundwerk hatte der regie-rende Herr. Nur liest er sich meistens mit so seltsamenMeinungen heraus, daß ihm die ganze Tischgesellschaft hi-tzig widersprochen haben würde, wenn nicht sein Rangden zaghaften Spießbürgern ein Schloß vor den Mundgelegt hätte.

Als unter andern die Rede davon war, daß man einennahen Krieg befürchte, rief der erlauchte Herr:Ei, waSbefürchten! Der Krieg ist eine fröhliche Menschenfagd, einewahre Fürstcnlnst!" Und seht Ihr nicht seine Noth-wcndigkeit ein? Die Menschen wachsen wie Unkraut undwürden bald keine» Raum mehr ans der Erde haben,wenn nicht des wohlthätigcn Kriegsgottes eiserne Faustvon Zeit zu Zeit den lebendige» Ucbcrflnß unter dieErde schaffte."

Ebenso wundersam waren seine Anssprüche, als mannachher über Mißwachs und Thcnrnng klagte und dieKornwnchcrcr verwünschte.Scheltet mir die wacker»Leute nicht!" fiel er dem Sprecher in's Wort.Es sindunentbehrliche Frohnvögte, die das trage Menschengeschlecht»>it der Geißel des Hungers zur Thätigkeit treiben. Be-sonders sind wir Großen ihnen Dank schuldig. Sic sor-ge» dafür, daß wir uns nicht selbst die Schuhe putzenmüssen: denn wer würde für Andere knechten und arbei-ten , wenn er sich täglich für ein paar Heller satt essenkönnte? Darum sollte man um jene verdienstvollenMänner eine allgemeine Landtrancr anlcgen, wenn sicbei plötzlichem Fallen der Gctrcidepreise zum Strick grei-fen und anS dem hänfenen Fenster heraus der Welt, dersie nichts mehr nützen können, Valet sagen."