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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
276
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von zwei Bedienten unterstützt, gar mühsam aus dem Wa-ge» in's Haus.

Die dcmüthigcu Kleiirstädtcr bückten sich unmäßig tiefund lange vor dem anwackelndcu regierenden Herrn, denjetzt, wie manchen andern Regenten, seine Diener regier-ten. Als sich die gebeugten Kriechlinge nach und nachwie vernünftige Menschen wieder aufgerichtet hatten, sa-hen sie starr auf die gewappnete» Füße. Der Gras, daSbemerkend, sagte lächelnd:Wundern sich die Herren, daßich auf einem so großen Fuße lebe? Es ist die neuestefranzösische Mode oder vielmehr die Auferstehung eineralten, die schon seit Jahrhunderten begraben und verges-sen war. Als ich mich vor zwei Monaten am französische»Hofe befand, hatte sie der König eben wieder vom Toderweckt: er erschien mit Schnabelschuhen, die volle zwei El-len lang waren. Ich scherzte mit Seiner Majestät darü-ber. Ist eS nicht genug, sagt' ich, daß Könige langeHände haben? Wollen sie auch mit den Füßen herrschenund erobern? Nein, lieber Graf! antwortete SeineMajestät und klopfte mich auf die Achsel: Wir brauchennur dazu einen großen Fuß, damit die Länder, die wirdarunter bringen, fein Platz haben. Aber, wie manden Königen immer nachäfft, so thatcn's auch die PariserHofschranzcn, obwohl dergleichen Männlein keine Länderunter den Fuß bringen können, sondern sich mit Erobe-rung eines günstigen Monarchen - oder FraucnblickS be-gnügen muffen. Sie storchten nach wenigen Tagen ins-gesammt mit Niescnschuhen herum, und die meisten tru-gen vorn an der Spitze klingende Schellen, die sich besteran ihre Kappen geschickt hätten. Der König neckte michso lange, bis ich mir endlich selbst den Narrentand an-schafftc. Ich ließ, statt der gar zu geckenhaften Schelle»,