Graf mit ihrer geringen Bewirthung nicht zufrieden seynwürde. „Macht Euch kein Bedenken, liebes Frauchen!"versetzte der Erbgraf. „Ihr bewieset mir schon heute,wie meisterlich Ihr die Kochkunst versteht. Es schmecktemir in meinem Leben nicht so gut, als an Eurem Tische,ungeachtet mein Vater dem Könige von Frankreich zweiseiner trefflichsten Köche abspänstig gemacht hat und eineTafel führt, wie kein Fürst in der Welt. Dennoch wirder sich gewiß auch recht dick hier essen, der alte Herr. Erliebt zur Abwechselung tüchtige Hausmannskost, und siewird ihm doppelt behagen, wenn Ihr ihm Gesellschaftdazu bittet. Ladet auf seine Koste» die Vornehmsten derStadt zum Mittagsmahl ein, damit sie mit eigenen Au-gen sehen, wie Grafen Euch schätzen. Auch kann's wohlgeschehe», daß Euch mein Vater etwa nach der Tafeleine» gewissen ehrenvollen Antrag thnt, den die mnndanf-sperrenvcn Zeugen wie ei» Lauffeuer durch die Stadtverbreiten werden, wodurch Euch denn die Mühe der öf-fentlichen Bekanntmachung erspart wird." —
Er schielte Lenorcn zärtlich an; sie schlug, betrübt überden ihr bevorstehenden Kampf, die Angen nieder; der Va-ter aber wußte sich vor Freude und Stolz nicht zu fas-sen. Als ihm vollends der Erbgraf beim Abschiede diegenossene Mahlzeit mit fünfzig Dukaten bezahlte, fuhrihm ein solcher Nagel in den Kopf, daß kein Auskommenmehr mit ihm war. Er hatte noch Tages zuvor, bei dendamaligen^ Spottpreisen der uber's Meer herkommcndcnMaaren, sehr gern für einen Pfennig Gewürz verkauft,und Alle, die ihn so bedeutend in Nahrung setzten, umferner» Zuspruch gebeten: nun aber trieb er jeden Pfen-nigkundcn mit Hohn aus dem Laven und gab auf derStelle ein Gesetz, daß sich künftig niemand mehr unter-