aufzutischcn, was Küche und. Keller vermochten. Indessenfegte Herr Peter eigenhändig mit Bestimm das Hans,wusch das Silberwcrk, putzte die Messer, deckte den Tischund zündete Räucherkerzchen an. Lenore wollte ihn die-ser unmännlichen Geschäfte überheben; er jagte sic aberin ihr Kämmerlein, mit dem Befehl, ihre besten Kleideranzulegcn.
Zur Tischnachbarschaft des Sammtrocks gezwungen, mußtesic, von des Vaters drohende» Blicke» bewacht, die wi-derlichen Schmeicheleien und Liebeleien des albernen Men-schen geduldig ertragen. Er bctheuerte: er habe alle Höfevon Europa besucht, aber nirgend eine Prinzessin gefun-den, die mit ihr an Schönheit zu 'vergleichen sep. „Horch,horch!" rief der Vater schmunzelnd: „Aber Ew. König-liche Hoheit sagen damit wohl zuviel!" — „Nein, nein!"entgegnest der Gast: „Doch Ihr, mein Freund, betitelt. mich zu hoch. Ich bin nicht Fürst, bin nur Graf — derErbgraf von Hahncnfcld — und ich preise mich^glück-lich, daß ich kein Kronprinz bin: denn als solcher könntich mich nicht nach meiner Neigung vermählen. Abermein gnädiger Vater, der regierende Graf, läßt mir da-rin freie Hand. Er ist überhaupt ein lieber, herrlicherMann. Ihr sollt ihn kennen lernen. Seine Grafschaftliegt zwar über hundert Meilen von hier; er befindet sichaber jetzt auf einer Reise, die ihn durch dieses Städtchenführt, und ich bin eben im Begriff, ihm entgegen zu rei-ten. Heute über acht Tage treffen wir mit einander hierein, und speisen Mittags bei Euch, wenn sich Mütterchender Mühe unterziehe» will, die Küche für uns zu bestellen."
„Mit tausend Freuden!" rief Peterma'nnchen hastig inihrem Namen. Sie mußte sich denn auch bereitwillig stel-len; doch äußerte sie Besorgniß, daß der regierende Herr
Lmiabein'S sämmtl. Schr. XVI. Bd. 18