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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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antwortete ihm, wie seiner Haushälterin: der Ruhestörersep'vermuthlich ein Wulf, den er morgen anffuchcn undschießen werde.Hört," sagte Pctermännchcn,wennJsegrimm einen schönen Pelz hat, so bitt' ich mir ihnans; ich kann ihn zum Winter brauchen." Lenorc warim Stillen unzufrieden mit ihrem Vater, daß er nur sei-ne» Vvrthcil im Auge hatte und nicht die Gefahr einerWolfsjagd bedachte. Sie äußerte ihre Besorgniß laut undbat den jungen Mann, sein Vorhaben aufzngeben. DerWolf, meinte sie, werde den Forst von selbst wieder ver-lassen.Potz Wischwasch!" fiel der Vater hastig ein.Rudolph muß ihn schießen; das ist seine Dienstpflicht!Und soll ich mich denn vergebens auf den Balg gefreuthaben ?"

Auf dem Heimwege hörte Rudolph mit eigenen Ohre»das Geheul im Walde. Es däuchte ihm aber weder dieStimme eines Wolfes, noch eines andern Ranbthiercs.Er wußte sich die gräßlichen Töne, die sich nur tausendSchritte hinter seinem Wohnhansc vernehmen ließen, nichtzu erklären. Waffenlos, folglich sehr verwegen, ging erihnen in der nächtlichen Finstcrniß nach. Sie führten ihnzur höchste» Tanne des Waldes, die Königstanne genannt,und sic selbst schien der Anfcnthalt des heulenden Unge-thüms zu scpn. Da sich in der stockdunkel» Nacht keinenähere Untersuchung anstelle» ließ, begab er sich nachHause und lud für den folgenden Tag sein bestes Gewehr,ob ihm gleich ahnen wollte, daß ein schußscstcs Wesen imWalde tobe, und daher für den künftigen Herrn Schwie-gervater kein Winterpelz zu erbeute» sepn werde.