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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
264
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komme bald wieder. Laß indessen heulen, was henlcn will.Das Hans ist wohl verwahrt, und d» bist von treuenHunden beschützt."

Lenore, die Tochter des Gewürzkrämcrs Peter Grif-ling, der nahe bei dem Thore sein Lädchcn hatte, flogfreudig vom Spinnrade dem Geliebten entgegen. Indemsie sich herzlich begrüßten, und in diesem Augenblicke fürnichts Anderes Augen und Ohren hatten, trat die kleine,runde Gestalt des Vaters unbemerkt in die Stube, schlichleise heran und betastete Rudolphs Jagdtasche, um ihrenInhalt zu erforschen. Da sic reichlich gefüllt war, bekamer Lust zum Scherzen, winlte der Tochter, die seiner jetztansichtig ward, ihn nicht zu verrathcn, streckte seine kurzenArme so hoch als möglich, und bedeckte Rudolphs Augenmit beide» Händen. Der Gefangene rang sich behendelos und that dem alten Männlein den Gefallen, über dasSpäßchen weidlich zu lachen.

Nun, legt Eure Tasche ab und nehmt Platz!" sagteHerr Peter, um die Auslieferung der Küchengcschcnkc zubeschleunigen. Rudolph, den Wink verstehend, langte einenHasen, nebst einigen Rebhühnern und Schnepfen hervor.Ah! so sch' ich doch, daß Ihr an mich gedacht habt!"jubelte der Krämer.Gott vcrgelt's Euch!" Dabei woger immer die Gaben nach einander in der Hand. Lenorewollte sie in die Speisekammer tragen. Aber freundlich,wie er immer war, wenn er ein Geschenk erhalten hatte,sprach er:Laß nur laß! ich will's selbst thnn. Ihrjunges Volk trennt Euch doch nicht gern von einander."

Als er zurück kam, begann er, von dem Geheul imWalde zu sprechen, und führte weitläufig alle Weiber undKinder, die ihm bei Gelegenheit eines Einkaufs in seinemLaden davon erzählt hatten, als Zeugen an. Rudolph