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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
260
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borgen halte, vom Kopfe, und begann:Herr Raimund,wir haben ein ernsthaftes Wort mit einander zu sprechen.Es betrifft die Wciherburg, die du mit Unrecht besitzest,und noch in dieser Stunde ihrem wahren Herrn wiederabtrete» mußt."

Wer wäre das?" brummte Raimund.

Albert von Wciherburg ist's!" antwortete Langmantcl.Sein Urältervater, Kunibert von Wciherburg,der heute vor hundert Jahre» starb, hatte einen ausschwei-dcn Sohn, der ihm viel Herzeleid machte. Das war dei-nen Uraltern, dem Herrn Kaspar von Rabcnfels und sei-nem räukevollcn Weibe, sehr erwünscht. Sie umschmei-chelten de» Greis, und bemühten sich arglistig, ihn immermehr und mehr gegen den ungerathcncn Sohn zu erbit-tern, damit er seine Hand ganz von ihm abzichcn, undsie, als nächste Verwandte, zu Erben ciusctzcn sollte. Bei-des kam dem ehrlichen Kunibert nicht in den Sinn. Dochals sie hörten, daß er sein HauS bestellen wolle, brachtensie den öffentlichen kaiserlichen Notarius Veit Schofel-mann, den er gewöhnlich in seinen häuslichen Angelegen-heiten zum Gcheimschreibcr brauchte, auf ihre Seite, unddieser feile Betrüger schob den dunkel» Augen des Ster-benden, der seinen letzten Wille», als versöhnter Vater,zum Besten des reuigen Sohnes ausgesprochen hatte, ei»schon im voraus geschmiedetes falsches Testament unter,worin Kaspar von Rabcnfels zum Erben der Weiherburgund aller Znbehörungc» ernannt war."

Du lügst!" murrte Raimund.

Mit nichtcn!" versetzte der Geist.Ich habe hiereinen Bekenner der Wahrheit bei der Hand, den ich ausdem Grabe rief, um ihn dir unter die Augen zu stellen.Sieh, dort steht Veit Schofelmann! Frag' ihn selbst!