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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
256
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Wir wollen einen Zug gegen den berüchtigten Lang-mantel mit einander thun;" antwortete sie.

Modestus erschrack nicht wenig, weil er sogleich an denvor fünfzig Jahren gehenkten Baumschänder dachte. Washelfen mir alle Leckerbissen der Welt, sprach er für sich,wenn mir der Geist die Kehle znfchnürt, daß ich nichtmehr schlingen kann? Doch verbarg er seine Feigheitso gut er konnte, verließ sich ans sein geistliches Rüstzeugund begab sich mit seiner Gebieterin zum Kampfplätze.

Langmantcl, dem cs nicht unbekannt war, was man imSchilde führte, versteckte seinen jungen Freund in einemSeitcngcmachc des Saales, und setzte sich dann in sicht-barer Gestalt auf den kaiserlichen Thron.

Zitternd öffnete Modestus die Saalthür. Sabine hattedie Hände auf seine Schultern gelegt, und schob ihn vorsich her, weil sie den Bann mit mischen wollte , und hin-ter der geistlichen Vormauer völlig sicher zu seyn glaubte.Anfangs ließ sich der Priester ohne sonderlichen Widerstandin den Saal hincindrücken; als er aber, was er gar nichterwartet hatte, den Geist leibhaftig thronen sah, ward er stätig,beugte sich mit dem Oberlcibe zurück und machte zuletzteine rasche Wendung nach der Thür, um Reißaus zu neh-men. Aber seine stammhaftc Gefährtin schlug alle zehnFinger wie Adlcrsklaucn in seine Schultern und flüsterte:Verdammte Memme, thnt doch den Mund auf, undsprecht Euren Zaubcrspruch, so wird das Schreckbild ver-schwinden !"

Stammelnd fing der Priester die Beschwörung an; dochschnell fiel ihm Langmantel ins Wort:Spare deine Mühe,gutes Pfäfflein! Du hast keine Gewalt über mich, dennich bin kein böser Geist. Aber hinter dir steht einer, dentreib' aus, da wirst du ein nützliches Werk thun."