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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
255
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Leckermaul und starker Esser, wollte sich gar nicht darüberzufrieden geben. Er schwor, den diebischen Hausgeist zubestrafen. Vor der Hand fühlte er sich aber zu diesemUnternehmen noch nicht reif: er war noch zu nüchtern.Darum ging er mit seinem künftigen Schwiegervaterzur Tafel zurück, und sie becherten so lange, bis sie unterdm Tisch fielen.

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Während sie, zu Bette gebracht, den Rausch verschlie-fen, kam Sabine auf den Einfall, die Fehde, welche Boll-rad gegen den Bratendicb beginnen wollte, von dem Dorf-priester Ehrn Modestus ausfechten zu lassen. Er sollteden Hausgeist bannen oder ihm wenigstens Alberts Aus-lieferung abzwingen. Sie ließ ihn deshalb ersuchen, sichschleunigst in die Burg zu bemühen, und Weihwasser,Sprengwedel und überhaupt alle zum Geisterbann nöthigeWerkzeuge mitzubringcn.

Dieser Aufruf zu einem bedenklichen Kampfe war demfriedliebenden Manne sehr unangenehm: allein er mußtegehorchen, um nicht bei der hochgebictenden Frau in Un-gnade zu fallen, und in der Folge die lecker» Pfaffenbiß-chen zu entbehren, die ihm bisweilen in der Burg auf-gctischt oder aus derselben zugesandt wurde». Wegen die-ser armseligen Genüsse war er immerfort gegen Sabinenein kriechender Schmeichler, küßte mit Inbrunst ihre rauhe,häßliche Hand, und machte der alten, Lummen Köchin beijeder Gelegenheit so ausschweifende Lobeserhebungen, alswäre sie Venus und Minerva in Einer Person.

Freundlich wie ein Ohrwürmchen erschien er auch jetztund fragte unterthänigst, was zu Befehl stehe.