Hcrrcnwechsel nicht zufrieden gewesen zu sepn : denn er hatgleich Anfangs, als die Nachricht davon hier angekommcn,durchs ganze Schloß, wiewohl unsichtbar, gräulich ruinort,hat das über dem Thore ausgestellte neue Wappen mitKoth beworfen, und alsbald darauf Euer Urahn, weilandHerr Kaspar von Rabenfcls, hier'eingetroffcu, umsich als neuer Herr huldigen zu lassen, hat ihn Lang-mantel gleich in der nächsten Nacht, mit Verlaub zu mel-den, aus dem Bette gerissen, auf den Dielen hcrumge-wälzt und noch so vielen andern Unglimpf verübt, daßsich der darüber bestürzte Herr gern oder ungern entschlos-sen hat, alsbald nach eingenommener Huldigung abzurei-sen und nimmer wieder zu kommen. Auch seine Nachfol-ger haben sich nie länger als einige Stunden hier aufge-haltcn, aber von Zeit zu Zeit ihre Bildnisse anher ge-sandt, um sic im großen Saale aufhängen zu lassen. Daserste von oben herein, welches den Herrn Kaspar vor-stellt, hat Anfangs der Hausgeist oft in der Nacht herun-ter geworfen, aber sich endlich, als mau cs immer wiederau der Wand befestiget, nicht weiter daran vergriffen."
„Das sind alte Geschichten!" sagte Raimund verdrieß-lich. „Was weißt du aus neuerer Zeit von dem Haus-gcistc. Hast du selbst ihn jemals gcsehu?"
„Nein, gestrenger Herr, ob er gleich einmal, als ichnoch ein Knäblcin von acht oder neun Jahren war, mitmir und meinen Brüdern und Schwestern gespielt hat.Unsere Mutter hatte wahrend eines Geschäfts außer demHause uns Kinder im Saal eingeschlvsscn und »ns Spicl-werk und Früchte gegeben, daß wir uns die Zeit damitvertreiben sollten. Wir Knaben spielten Ball. Das gingeine Weile ganz ordentlich. Indem wir aber einmal ruh-ten und Obst aßen, flogen unsere Bälle wie von selbst